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17.12.2017, 14:53 Uhr

Nahverkehr, Radwege, Schulen: „Jugend im Landtag“ will Schleswig-Holstein modernisieren

Mittwoch, 29. November 2017

Nahverkehr, Radwege, Schulen: „Jugend im Landtag“ will Schleswig-Holstein modernisieren

Die „Jugend im Landtag“ fordert von der Politik bessere Rahmenbedingungen für junge Leu-te in Schleswig-Holstein. So regten die mehr als 80 Nachwuchspolitiker bei ihrem dreitägigen Treffen im Kieler Landeshaus ein günstiges landesweites Bus- und Bahnticket für Schüler, Azubis und Studenten an. Die Fahrradwege im Lande sollen ausgebaut werden, und auf den Dörfern soll es bessere Busverbindungen geben – vor allem am Wochenende.

Auch für die Schulen fordern die 15- bis 21-Jährigen einen Modernisierungsschub. Das Land soll ein Investitionsprogramm auflegen, um marode Schulgebäude und Sportanlagen syste-matisch in Stand zu setzen. Und: Die Computertechnik an den Schulen soll auf der Höhe der Zeit sein. So fordert „Jugend im Landtag“ flächendeckendes WLAN und zeitgemäße Lern-Software wie etwa digitale Wörterbücher.
Landtagsabgeordnete aller Fraktionen halfen den Jugendlichen dabei, ihre insgesamt 39 Anträge zu formulieren. Der Forderungskatalog wird nun den Landtagsfraktionen, den schleswig-holsteinischen Bundestags- und EU-Abgeordneten sowie der Landesregierung zugeleitet. Die Berufspolitiker geben dazu ihre Stellungnahmen ab.

Weitere Punkte aus dem Antragspaket: Auch 16-Jährige sollen den Bundestag und das Eu-ropaparlament wählen dürfen, die Schulsysteme sollen bundesweit angeglichen werden, und die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen soll geschlossen werden. Der Bundestag soll sich außerdem mit der Frage befassen, ob der Staat Cannabis legal an Menschen ab 21 Jahren verkaufen sollte.

Zum Auftakt der Veranstaltung lobte Parlamentspräsident Klaus Schlie die Arbeit der Nach-wuchspolitiker als „wichtigen Beitrag für unsere Arbeit“. Die Beschlüsse von „Jugend im Landtag“ würden von den Abgeordneten „wahrgenommen“. Angesichts der zuletzt geringen Wahlbeteiligung bei den 16- bis 18-Jährigen auf Landesebene appellierte Schlie: „Sie als junge Generation müssen sich politisch einmischen!“ Zur Präsidentin der Veranstaltung wur-de die 18-jährige Studentin Mira Osthorst aus Flensburg gewählt. Ihre Stellvertreter sind die Schüler Jan Philip Benckert (17) aus Büdelsdorf, Judith Borowski (16) aus Kiel und Konstan-tin von Gregory (20) aus Dassendorf/Kreis Hzgt. Lauenburg.

Beschlüsse
Arbeitskreis 1
"Inneres, Recht, Wirtschaft, Europa"
Gleicher Lohn für Männer und Frauen
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
sich dafür einzusetzen, dass jeglicher Gehaltsunterschied zwischen Männern und
Frauen beseitigt wird.

Wahlalter für Jugendliche
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden dazu aufge-
fordert, sich dafür einzusetzen, dass das aktive Wahlalter auf allen Ebenen auf 16
Jahre gesenkt wird. Außerdem soll das passive Wahlrecht auf Kommunalebene auch
ab 16 Jahren eingeräumt werden.

Bessere Integration
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
sich dafür einzusetzen, dass die Integration für Flüchtlinge und Migranten erleichtert
wird durch:
1. Bereitstellung von Wohnungen in zentralen Stadtgebieten, um Migranten besser
   an die Gesellschaft anzubinden und keine Randgruppen entstehen zu lassen,
2. dezentrale Verteilung von Asylbewerbern, das heißt, Abschaffen von großen
   Flüchtlingswohnheimen und Verteilen der Flüchtlinge auf Wohnungen.
3. Verteilung der Flüchtlinge auch auf die Dörfer. Hierbei muss sichergestellt werden,
   dass es genug Anbindungen an den ÖPNV gibt,
4. mehr und erreichbaren Sprachunterricht durch mehr Angebote auch in größeren
   Gemeinden, nicht nur in Städten. Hierzu ist eine Ausbildung von mehr Fachperso-
   nal nötig.
6. Erleichterte Vereinsteilnahme durch besseres Informieren über Angebote,
7. ein Angebot von muslimischem Religionsunterricht durch staatlich ausgebildete
   Lehrkräfte in den Klassen 5, 6 und 7,
8. möglichst schnelles Einbinden der Schüler in den Regelunterricht.

 10-Punkte-Plan für eine humane Flüchtlingspolitik
 Der Schleswig-Holsteinische Landtag, die Landesregierung, der Bundestag und die
 Europa-Abgeordneten werden aufgefordert, sich für eine humane Flüchtlingspolitik
 einzusetzen. Neben einer Schaffung eines gesamteuropäischen Verteilungsschlüs-
 sels empfiehlt "Jugend im Landtag" folgende Maßnahmen:
1. Schaffung sicherer Fluchtrouten, die Öffnung der Balkanroute und einen stärkeren
    Kampf gegen Schlepper.
2. Fluchtursachen bekämpfen (sowohl in den Kriegsregionen als auch in wirtschafts-
    schwachen Regionen als Präventionsmaßnahme).
3. Eine Aufkündigung des Türkei-Abkommens.
4. Keine Abschiebungen nach Afghanistan.
5. Einzelfallüberprüfung bei einer drohenden Abschiebung.
6. Wiedereinführung des Familiennachzugs.
7. Aufhebung der Drittstaatenregelung oder Festlegen von unsicheren Drittstaaten.
8. Keine Unterscheidung zwischen Armuts- und Kriegsflüchtlingen vornehmen.

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9. Abschaffung von Grenzkontrollen und Grenzzäunen erwirken.
10. Jeder Mensch hat ein Recht auf Asyl, deshalb sollten Flüchtlinge nicht nach ihrer
    Qualifikation bewertet werden.

Cannabisentkriminalisierung
Der Deutsche Bundestag wird aufgefordert, eine Debatte über die Legalisie-
rung/Entkriminalisierung von Cannabis anzustoßen und sich mit einer regulierten
staatlichen Abgabe von Cannabis ab einem Alter von 21 Jahren in den dafür vorge-
sehenen Shops auseinanderzusetzen.

Mindestlohn für Minderjährige
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
einen Mindestlohn für die Entlohnung von Minderjährigen einzuführen. Dieser Min-
destlohn sollte niedriger angesetzt sein als der Bundesmindestlohn. Die Höhe dieses
"Jugendmindestlohns" sollte so gewählt werden, dass sowohl ungelernte Schulab-
gänger nicht von einer Ausbildung abgehalten werden als auch sogenannte Schüler-
jobber sich ein gerechtes/humanes Zubrot verdienen können.

Landesmindestlohn
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
den Landesmindestlohn nicht auslaufen zu lassen, sondern ihn schrittweise auf 12
anzuheben.

Gleiche Steuern bei verarbeiteten Lebensmitteln
Die Landesregierung wird aufgefordert, sich im Bundesrat dafür einzusetzen, dass im
Bundestag und im Bundesrat eine gleiche Besteuerung von verarbeiteten Lebensmit-
teln, unabhängig von der Art der Zubereitung und des Verzehrortes, beschlossen
wird.

EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aussetzen
Der Schleswig-Holsteinische Landtag wird aufgefordert, sich bei der Landesregie-
rung und den Bundestagsabgeordneten sowie dem Ministerium für Justiz, Europa,
Verbraucherschutz und Gleichstellung dafür einzusetzen, dass die EU-
Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ausgesetzt und die Finanzhilfen und Fördergel-
der der EU gekürzt oder ganz abgeschafft werden.


Arbeitskreis 2
"Bildungssystem, Unterricht"
Schul-"TÜV" einführen
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
einen unabhängigen Schul-"TÜV" einzuführen, der Schulen auf ihre bauliche Qualität
und Ausstattung prüft und die Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich macht. Zur
Verbesserung der Schulqualität soll eine jährliche Konferenz zwischen Schul-"TÜV"
und Politik stattfinden.

Investitionsfonds zur Sanierung und Instandhaltung von Schulen
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
einen Investitionsfonds zur Förderung der Sanierung bzw. Instandhaltung von Schu-
len einzuführen. Bedingungen für diesen Fonds sollten folgende Punkte sein:

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- Dringlichkeit der Sanierung.
- Unabhängige Bewerbung der Schulen.
- Unabhängige Bewertung der Anträge der Schulen vom Haushalt der
  Kommunen, Kreise und Schulträger.
- Prüfung der Anträge vor Ort durch das Land.
- Zweckgebundene Vergabe der Mittel.

Vereinheitlichung des Bildungssystems
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
sich nach Beratung auf Landesebene in der Kultusministerkonferenz dafür einzuset-
zen, eine Angleichung der Bildungssysteme der Länder zur Sicherung der Bildungs-
gerechtigkeit in Deutschland vorzunehmen.

Inklusive Bildung
Der Schleswig-Holsteinische Landtag, die Landesregierung und der Bundestag wer-
den dazu aufgefordert, die folgenden Maßnahmen zur Verbesserung der inklusiven
Bildung umzusetzen:
1. Die Erhöhung der Personalstellen und die Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln
   für die Beratungsstellen "Inklusive Schule" und "Autismus".
2. Eine Festschreibung des Notenschutzes und eine förmliche Anerkennung der Re-
   chenschwäche im Erlass zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit be-
   sonderen Schwierigkeiten im Rechnen. Außerdem sollte es eine bundeseinheitli-
   che Regelung zur Förderung bei Lese-Rechtschreibschwäche und Rechenschwä-
   che geben.
3. Eine Ablehnung der Methode "Lesen durch Schreiben" nach Reichen und statt-
   dessen die Anregung zur Verwendung der silbenanalytischen Methode nach
   Röber.
4. Eine Deckung des Mehrbedarfs an Doppelbesetzungen auch in der Sekundar-
   stufe I sowie die Verringerung der Lerngruppengröße in Inklusionsklassen.

Qualitätsmanagement für hochwertigen Unterricht
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
ein Konzept für ein dezentrales Qualitätsmanagement zur Sicherung eines qualitativ
hochwertigen Unterrichts zu erarbeiten. Dieses soll vorsehen, dass im Qualitätsma-
nagement fortgebildete Lehrkräfte anhand operationalisierter Gütekriterien den Un-
terricht an ihrer jeweiligen Schule überprüfen. Die Partizipation der Schülerinnen und
Schüler soll sichergestellt werden.

Gleichstellung bei der Digitalisierung an allen Schulen in Schleswig-Holstein
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
die finanzielle Unterstützung für den Ausbau der Digitalisierung und medialen Ver-
sorgung an Schulen (z. B. für PC-Anschaffungen, WLAN etc.) zu erhöhen und be-
darfsgemäß und individuell auf die jeweilige Schule abgestimmt in angemessener
Höhe Fördermittel auszuzahlen.

Längerfristige Nutzbarkeit von Hard- und Software an Schulen
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
bei der technischen Ausstattung der Schulen darauf zu achten, dass die angeschaff-
te Hard- und Software längerfristig verwend- und aktualisierbar ist. Dabei ist zu prü-
fen, inwieweit bestimmte Betriebssysteme die Nutzbarkeit verlängern bzw. die Aktua-
lisierungskosten verringern.

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Intensivkurse vor Abschlussklausuren an allen Schulformen
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
jede Schule zu verpflichten, vor Abschlussklausuren freiwillige Intensivkurse für die
Absolventen in Mathematik, Deutsch und Englisch anzubieten.

Finanzierung von Klassenfahrten für Schülerinnen und Schüler aus Familien
mit geringem Einkommen
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
mehr Fördermittel für die Finanzierung von Klassenfahrten für Schülerinnen und
Schüler aus Familien mit geringem Einkommen bereitzustellen.

Elektronische Wörterbücher am Laptop/Notebook für alle Sprachen
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
Wörterbuchprogramme für Laptops/Notebooks für alle sprachlichen Fächer, in Klau-
suren und Prüfungen, schnellstmöglich freizugeben.


Arbeitskreis 3
"Soziales, Gesundheit, Umwelt"
Rente für alle
Der Schleswig-Holsteinische Landtag möge sich über eine Bundesratsinitiative dafür
einsetzen, dass alle Berufsgruppen unter Wegfall der Beitragsbemessungsgrenze in
die Rentenkasse einzahlen. Zudem soll aus dem Rententopf ausschließlich die Ren-
te gezahlt werden. Dazu soll das Renteneinstiegsalter an das individuelle Anforde-
rungsniveau der verschiedenen Berufe angepasst werden.

Auffrischen des Erste-Hilfe-Kurses und der Fahrerlaubnis
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
finanzielle Konzepte für die Erweiterung der Fahrerlaubnisverordnung zu entwerfen.
In diesen sollen die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs und das Absolvieren eines
Wiederholungsseminars zu den Verkehrsregeln zur Bedingung für die Beibehaltung
der Fahrerlaubnis gemacht werden. Diese Seminare sollen für niemanden erhebliche
Kosten verursachen. Die Regelung sollte für alle 20 Jahre nach Erteilung der Fahrer-
laubnis gelten. Der Erste-Hilfe-Kurs und das Wiederholungsseminar sollen in regel-
mäßigen Abständen wiederholt werden.

Rauchverbot in der Öffentlichkeit
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
ein generelles Rauchverbot an öffentlichen Plätzen mit der Ausnahme von räumlich
abgesonderten und gekennzeichneten Bereichen (z. B. Raucherkabinen oder Rau-
cherpilze) zu verhängen.

Abschaffen der konventionellen Massentierhaltung
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass die Kontrollen in Tierzuchtbetrieben
verstärkt werden. Das Tierschutzgesetz sollte weitestgehend dahingehend geändert
werden, dass die konventionelle Massentierhaltung verboten wird.

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Widerspruchslösung für Organspende einführen
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
sich über eine Bundesratsinitiative für eine Änderung des Transplantationsgesetzes
einzusetzen. Anstelle der Entscheidungslösung soll die Widerspruchslösung treten.

Bedarfsorientiertes Kindergeld
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
sich dafür einzusetzen, dass Kindergeld und Kindergeld-Zuschlag zusammengelegt
werden zu einem bedarfsorientierten Kindergeld, das auch an Sozialleistungs-
empfänger und Flüchtlinge ohne Anrechnung auf andere Transferleistungen und
Vermögen ausgezahlt wird.

Informationsrecht für Frauen zum Schwangerschaftsabbruch ­ Solidarität mit
Kristina Hänel
Der Schleswig-Holsteinische Landtag, die Landesregierung und die Bundestagsab-
geordneten werden aufgefordert, sich für eine Veränderung des § 219a des Strafge-
setzbuches einzusetzen, um die Informations- und Wahlfreiheit von Frauen, die ei-
nen Schwangerschaftsabbruch vornehmen wollen/müssen, gewährleisten zu kön-
nen. Diese soll konkretisieren, dass ein reines Informieren über das Leistungsange-
bot eines Arztes/einer Ärztin nicht als Werbung verstanden wird.

Keine "Atempause" für die Inklusion
Der Schleswig-Holsteinische Landtag, die Landesregierung und der Bundestag wer-
den aufgefordert, die folgenden Maßnahmen zur Ermöglichung einer inklusiven Ge-
sellschaft umzusetzen:
1. Eine Verpflichtung zur Barrierefreiheit für private Anbieter von öffentlich zugängi-
   gen Produkten und Dienstleistungen und die damit verbundene Änderung des All-
   gemeinen Gleichbehandlungsgesetzes sowie der Festlegung von allgemeinen
   Standards.
2. Die Abschaffung pauschaler Wahlausschlüsse, welche insbesondere Menschen
   betrifft, denen eine gerichtliche Betreuung "in allen Angelegenheiten" auferlegt
   wurde.
3. Eine Überarbeitung des Bundesteilhabegesetzes hinsichtlich der Zumutbarkeit des
   Zusammenlegens bei Assistenzleistungen und der Möglichkeit, dass Menschen
   mit Behinderungen dazu gezwungen werden können, in besonderen Wohnformen
   zu leben. Außerdem muss eine höhere Freistellung der Teilhabeleistungen von
   Einkommen und Vermögen ermöglicht und die Beteiligung der Selbstvertretung
   von Menschen mit Behinderungen bei der Umsetzung des Gesetzes gewährleistet
   werden.
4. Eine Erleichterung des Zugangs zum 1. Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinde-
   rungen und die Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln für einen inklusiven Ar-
   beitsmarkt.
5. Umbenennung des Schwerbehindertenausweises in "Teilhabeausweis".

Urlaubstage spenden
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
sich über eine Bundesratsinitiative dafür einzusetzen, dass das Bundesurlaubsge-
setz dahingehend geändert wird, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, ähnlich
wie in Frankreich, Urlaubstage, die sie selbst nicht nutzen möchten, an Kolleginnen
und Kollegen übertragen können, sodass diese zusätzliche Zeit, zum Beispiel zur
Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger, erhalten.

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Ferner sollte überlegt werden, ob es dafür ein Kontingent des eigenen Urlaubsan-
spruchs geben sollte, sodass nur ein Teil der zur Verfügung stehenden Urlaubstage
übertragen werden kann. Somit würde gewährleistet, dass auch die eigene Erholung
nicht zu kurz kommt und dass niemand gegen seinen Willen mehr Urlaubstage
spendet, als sie oder er von sich aus bereit wäre.

Krabbenfischen
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
sich dafür einzusetzen, dass das Krabbenfischen nachhaltiger wird und Krabben
nicht mehr außerhalb der EU gepult werden dürfen.

Barrierefreie Veranstaltungen und Sitzungen
Der Schleswig-Holsteinische Landtag wird aufgefordert, finanzielle Konzepte zu er-
arbeiten, damit öffentliche Veranstaltungen und Sitzungen grundsätzlich gemäß DIN
18040-1 (Barrierefreies Bauen ­ Planungsgrundlagen) gestaltet werden können.


Arbeitskreis 4
"Ausbildung, Berufsorientierung, Verkehr"
Vergünstigte Beförderung für Schüler/innen, Studierende, Freiwilligendienst-
leistende und Auszubildende
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
ein möglichst preisgünstiges ÖPNV-Ticket für alle Schüler/innen, Studierende, Frei-
willigendienstleistende und Auszubildende aus Schleswig-Holstein einzuführen.

0-Promille-Grenze im Straßenverkehr
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
sich über eine Bundesratsinitiative für eine generelle 0-Promille-Grenze im Straßen-
verkehr für alle Verkehrsteilnehmer, ausgenommen Fußgänger, einzusetzen.

Ausbau der Fahrradwege in Schleswig-Holstein
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
die Fahrradwege in Schleswig-Holstein auszubauen und dort neue bauen zu lassen,
wo der Bedarf besteht.

Anschauliche außerschulische Lernorte
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
dafür zu sorgen, dass die Schulen mehr mit Organisationen sowie Forschungszen-
tren für praxisnahe Bildung zusammenarbeiten, indem zum Beispiel Partnerschaften
eingegangen werden.

Schleswig-Holstein, ein Bundesland ­ eine Semesterzeit
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
langfristig darauf hinzuwirken, dass das Land Schleswig-Holstein eine einheitliche
Semesterzeit für alle Universitäten im Land einführt. "Jugend im Landtag" schlägt
eine einheitliche Anpassung an die internationale Semesterzeit vor.

Schülerbeförderung und Kosten/Kostenentlastung für Familien
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
zu beschließen, dass alle öffentlichen Verkehrsmittel besser aufeinander abgestimmt

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werden und keine langen Wartezeiten zwischen einem Wechsel der Verkehrsmittel
entstehen. Zudem möge beschlossen werden, dass kleine Dörfer am Rande einer
Großstadt (z. B. Hamburg) deutlich besser angebunden werden und dass die Fahr-
zeugführer auch wissen, wo sie langfahren sollen. Zudem sind die Fahrzeiten von
Bussen am Abend sowie am Wochenende in ländlichen Regionen und an Stadtgren-
zen zu optimieren. Dabei ist die Einrichtung alternativer Beförderungsmethoden, zum
Beispiel Bürgertaxen, zu prüfen. Außerdem heißt das, dass ein gerechteres Zuzah-
lungssystem für Familien mit schulpflichtigen Kindern geschaffen werden muss und
in dem Zusammenhang auch über Entlastungen von Familien im gesamten be-
schlossen werden soll.

Zusätzliche Vorbereitung auf das zukünftige Berufsleben von Schülern
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
einen zusätzlichen berufsorientierten Tag in der Schule einzuführen sowie den Schü-
ler/innen vielseitigere Informationen durch Lehrkräfte bei der Berufsfindung mit auf
den Weg zu geben.

Keine Umlegung der Straßenbaubeiträge auf die anliegenden Anwohner/innen
Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
die bei Straßensanierungen und Kanalarbeiten entstehenden Kosten nicht mehr auf
die Anwohner/innen umzulegen. Dies soll gesetzlich verboten werden.

Individuelle Förderung von Teilnehmer/innen der Berufsvorbereitenden Maß-
nahme
Der Schleswig-Holsteinische Landtag, die Landesregierung und der Bundestag wer-
den aufgefordert, sich für eine individuelle Förderung von Teilnehmer/innen in der
Berufsvorbereitenden Maßnahme einzusetzen. Anhand des Stärken-Schwächen-
Profils muss das Potenzial der Teilnehmer/innen stärker gewürdigt und durch das
Angebot von Weiterbildungsmaßnahmen wie Sprach-, IT- und Computerkurse weiter
ausgebaut werden. Um eine gute Betreuung und Förderung der Teilnehmer/innen zu
gewährleisten, müssen außerdem die angebotenen Coachings und die zuständigen
Betreuer/innen evaluiert werden.

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