Dienstag, 20. Dezember 2011
2011 war in Bezug auf die Jugendförderung ein Umbruchsjahr. Da die wirklich harten Einschnitte in der Förderung für die Jugendverbände und den Landesjugendring im nächsten Jahr zum Tragen kommen, waren wir gezwungen, unsere Programme und Vorhaben so umzustellen, dass wir auch 2012 unsere Kernaufgaben bestmöglichst erfüllen können.
Weit mehr als sonst üblich standen im zurück liegenden Jahr Personal- und Finanzfragen auf der Agenda unserer Gremien. Inzwischen ist es uns gelungen, die notwendigen Konsolidierungsschritte einzuleiten, so dass der Hauptausschuss Anfang November die Arbeits- und Finanzplanung 2012 verabschieden konnte.
Das Signal, das davon ausgeht, ist einerseits eine Beschränkung auf die Kernaufgabe der Interessen-vertretung für Kinder und Jugendliche und andererseits die Verteidigung zentraler Angebote der außerschulischen Jugendarbeit durch uns und unsere Mitgliedsverbände. Das ist umso notwendiger, weil die Kürzungen im Jahr 2012 die finanziellen Spielräume für die Jugendbildungsarbeit empfindlich begrenzen. Daher wird es erforderlich sein, in Zukunft noch stärker Fördermittel und Spenden von privaten Unterstützerinnen und Unterstützern zu beschaffen.
Trotz der oben dargestellten außerordentlichen Anforderungen an unsere Arbeit ist es uns in diesem Jahr aber auch gelungen, wichtige Projekte anzupacken. Mit unserer Aktion „Kein Kind ohne Ferienerholung“ wurde mit Unterstützung aus Mitteln der Stiftung Jugendarbeit, des Landes und des Jugendherbergswerks 200 Kindern und Jugendlichen die Teilnahme an einer Sommerfreizeit ermöglicht, obwohl dafür in diesem Jahr ein geringerer Landeszuschuss als 2010 zur Verfügung stand.
Im April veranstalteten wir eine Fachtagung zum Bildungs- und Teilhabepaket, um damit Wege aufzuzeigen, wie Jugendverbände und öffentliche Jugendhilfe die Fördermittel aus diesem Paket erfolgreich für die betroffenen Kinder und Jugendlichen nutzen können. Dabei und bei unserer Positionierung auf der Vollversammlung ging es außerdem um die notwendige Einbindung der Schulsozialarbeit in die Strukturen der Jugendhilfe. Zwischen der Schulsozialarbeit und den Jugendverbänden könnten sich neue Ansatzpunkte für die Zusammenarbeit im Bereich von Jugendarbeit und Schule ergeben. Der Landesjugendring sieht in der Ausrichtung des Bildungs- und Teilhabepaktes auch eine politische Anerkennung der Bedeutung der außerschulischen Bildung als eigenständiges Feld des Aufwachsens junger Menschen. Wir hoffen, dass in Zukunft noch deutlich mehr Kinder aus antragsberechtigten Familien Vereinsbeiträge und Zuschüsse für Ferienmaßnahmen aus diesen Mitteln bezuschusst bekommen.
Auf unserer Vollversammlung haben wir uns mit dem Thema Jugendfreiwilligendienste auseinandergesetzt und sind dafür eingetreten, dass die Jugendfreiwilligendienste in Zukunft vereinheitlicht und dabei nach dem Muster der bestehenden Freiwilligendienste ausgerichtet werden. Zur Unterstützung und Intensivierung der aktuellen Diskussion um die Ausrichtung der Jugendfrei-willigendienste nach der Aussetzung der Wehrpflicht hat der Vorstand die Einrichtung einer AG Jugendfreiwilligendienste beschlossen.
Im Rahmen der Ostsee-Jugendkonferenz haben wir das Thema Jugendfreiwilligendienste zusammen mit 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert. Bei dem diesjährigen Treffen der Expertengruppe innerhalb des Ostseerats wurde die Verlängerung der Projektstelle „Ostseesekretariat für Jugendangelegenheiten“ um ein Jahr beschlossen. Erfolgreich waren auch unsere internationalen Begegnungen mit Finnland und das Ostsee-Jugendmediencamp in Zusammenarbeit mit dem Offenen Kanal, das in den Sommerferien in unserer Jugendbildungsstätte im Haus Rothfos in Mözen stattfand.
Für 2012 planen wir eine große Aktion zur Landtagswahl mit verschiedenen Kooperationspartnerinnen und –partnern. Schon jetzt wissen wir, dass es wieder einen Wahl-O-Maten und Mözener Gespräche mit den Spitzenkandidaten der großen Parteien geben wird. Schwerpunkt der jugendpolitischen Forderungen wird die verstärkte Förderung der außerschulischen Bildung sein. Sie ist die Basis für die Aus- und Fortbildung junger Ehrenamtlicher im Land, ohne die die ehrenamtlichen Strukturen im Land dauerhaft gefährdet sind. Deshalb werden wir uns auch mit der Sicherung der Qualitätsstandards unserer Juleica-Ausbildung und der Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes auf Landesebene beschäftigen. Außerdem werden wir uns in die Diskussion um eine nachhaltige Zukunft Schleswig-Holsteins einbringen.
In diesem Jahr bitten wir Sie, gerade auch vor dem Hintergrund der Kürzungen der Jugendarbeit auf Landesebene, um eine Spende für den Landesjugendring Schleswig-Holstein, Konto Nr. 200 1444, BLZ 210 501 70, bei der Förde Sparkasse Kiel. Mit Ihrer Zuwendung stärken Sie uns und helfen dort, wo Projekte der Jugendarbeit aus Geldmangel zu scheitern drohen. Selbstverständlich stellen wir für alle Zuwendungen Spendenbescheinigungen aus.
Für das kommende Jahr wünschen wir uns rege Beteiligung an unseren Aktivitäten, Engagement und Zuversicht und eine gute Zusammenarbeit mit der Landesregierung. Wir werden weiterhin wirkungsvoll zum Vorteil der Jugendarbeit und der Interessen von Kindern und Jugendlichen mit unseren Partnerinnen und Partnern zusammenarbeiten und aktiv für die Weiterentwicklung einer zukunftsorientierten Jugendarbeit in Schleswig-Holstein und darüber hinaus eintreten.
Wir wünschen Ihnen und Euch eine erholsame Weihnachtszeit, einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein erfolgreiches Jahr 2012.
Mit freundlichen Grüßen
Alexandra Ehlers
Vorsitzende