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30.03.2017, 04:34 Uhr

Mediatage Nord: Präsentation der Ergebnisse der Shell Jugendstudie

Donnerstag, 19. November 2015

Mediatage Nord: Präsentation der Ergebnisse der Shell   Jugendstudie

Kiel. „Der Zugang zum Internet ist keine soziale Frage mehr“, fasste Ingo Leven, Co-Autor der Shell Jugendstudie 2015, zusammen: „99% der Zwölf- bis 25jährigen nutzen das Internet.“ Er präsentierte auf dem Fachtag „Vernetzte Lebenswelten“ des Landesjugendrings Schleswig-Holstein die Ergebnisse der Studie zum Freizeit- und Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen. Über 70 ehren- und hauptamtliche Fachkräfte der Jugendarbeit waren zu der Veranstaltung im Rahmen der Mediatage Nord im Haus der Wirtschaft in Kiel gekommen.

Die Mitte Oktober erschienene Shell Jugendstudie nimmt die Lebensgewohnheiten von Heranwachsenden in den Blick, dokumentiert ihre Wünsche und Erwartungen und gibt Einblick in ihr Lebensgefühl. Dazu wurden über 2.500 Jugendliche in Deutschland von 12 bis 25 Jahren befragt. Ingo Leven von TNS Infratest Sozialforschung (München) gab einen Überblick über die Studienergebnisse im Allgemeinen und ging anschließend detailliert auf die Internetnutzung von Jugendlichen ein. Er stellte fest, dass sich in den vergangenen Jahren die Lebensphase Jugend immer mehr verkürzt hat. „Die Rushhour des Lebens verlagert sich damit nach vorn“, so Leven. Sein Fazit: „Vom Potenzial her ist diese Jugend in weiten Teilen bereit, sich einzubringen, auch wenn die Anzahl derer, die für andere im Alltag aktiv sind, sinkt.“ Zivilgesellschaftliche Organisationen müssten die Zeitbudgets der jungen Menschen respektieren und Ertrag und Möglichkeiten von Engagement in den Fokus stellen.

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Die Shell Jugendstudie teilt die Internetnutzer_innen in fünf Typen ein.

  • Ein Viertel der Jugendlichen nutzt das Internet im Durchschnitt 18 Stunden pro Woche, um sich zu informieren. Überdurchschnittlich häufig sind dies weibliche und auch ältere Jugendliche aus höheren sozialen Schichten.
  • Fast genauso viele sind sogenannte „Medienkonsumenten“. Sie sind vermehrt männliche und vor allem auch jüngere Jugendliche aus allen sozialen Schichten. 
  • Die „digitalen Bewohner“ machen 20% der Jugendlichen aus und sind allumfassend im Internet unterwegs. Sie verbringen fast 25 Stunden pro Woche online.
  • Ein Achtel der Jugendlichen nutzt das Internet vor allem zur Selbstdarstellung und verbringt mit 16 Stunden etwas weniger Zeit im Netz als der Durchschnitt.
  • Ein gutes Fünftel der Jugendlichen nutzt das Internet im Vergleich nur gelegentlich ohne besondere Schwerpunkte. Mit rund 11 Stunden verbringen sie deutlich weniger Zeit im Netz als der Durchschnitt. Sie sind sowohl männliche als auch weibliche Jugendliche aus eher einfacheren sozialen Verhältnissen. Vom Alter her sind hier jüngsten (12 bis 14 Jahre) und die ältesten Jugendlichen (22 bis 25) häufiger.

Im Anschluss an den Vortrag tauschten sich die Teilnehmer_innen der Tagung in einem World-Café dazu aus, was sich aus den Ergebnissen der Studie für die Jugendarbeit ableiten lässt. Die Teilnehmer_innen betonten dabei die Bedeutung von Medienkompetenz und geeigneten Rahmenbedingungen, sowohl technischen als auch rechtlichen. Gleichzeitig forderten sie zu mehr Gelassenheit auf. Jugendarbeit solle Freiräume schaffen und die Selbstorganisation der Jugendlichen fördern. Es sei eine Illusion, Jugendlichen in der digitalen Lebenswelt einen Schritt voraus sein zu können. Stattdessen fördere die Jugendarbeit das Lernen im persönlichen Austausch von- und miteinander und rege Prozesse der kritischen Reflexion über den Umgang mit digitalen Medien an. Man müsse die Möglichkeiten nutzen, die sie für kreative Lernprozesse und politische Beteiligung böten.

Die Mediatage Nord finden vom 16.-19. November im Haus der Wirtschaft und an der Fachhochschule Kiel statt. Sie werden seit 2012 vom Offenen Kanal Schleswig-Holstein (OKSH) organisiert und koordiniert. Moderiert wurde die Fachtagung „Vernetzte Lebenswelten“ von Björn Bertram und Sonja Reichmann vom Landesjugendring Niedersachsen.

Hintergrund zur Shell Jugendstudie

Bereits seit 1953 beauftragt Shell in Deutschland unabhängige Forschungsinstitute mit der Erstellung der Jugendstudien, um Einstellungen, Werte, Gewohnheiten und Sozialverhalten von Jugendlichen in Deutschland zu untersuchen. Dabei rücken ausgewählte Schwerpunktthemen in den Blick: Ging es in „Jugend 2000” um das Thema Ausländer/Ausländerfeindlichkeit, stand in 2002 das Politikverständnis von Jugendlichen im Fokus.

„Jugend 2006” beschäftigte sich mit dem Rollenverständnis in Bezug auf Bildungschancen, in 2010 standen ökonomische Aspekte im Mittelpunkt der Untersuchung. Die Shell Jugendstudien gehören zu den Standardwerken der Jugendforschung in Deutschland. Die Langzeitberichterstattung wird alle drei bis vier Jahre an ein Wissenschaftler_innnenteam vergeben; seit 2002 wird sie von einem Forscherteam der Universität Bielefeld unter Leitung von Prof. Klaus Hurrelmann und TNS Infratest Sozialforschung aus München gemeinsam erstellt.

Der Landesjugendring


Der Landesjugendring ist die Arbeitsgemeinschaft schleswig-holsteinischer Jugendverbände und Jugendringe. Er vertritt die Interessen von 25 Mitgliedsorganisationen und 15 Kreisjugendringen, denen zurzeit mehr als 500.000 Kinder und Jugendliche angehören. Die Arbeit der Jugendverbände in Schleswig-Holstein wird vor allem durch die mehr als 20.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getragen.

Redaktion:
Anne-Gesa Busch,
Geschäftsführerin
16.11.2015

Flyer: MediatageNord_16 11 15.pdf

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